Jadepokal 2008
Das 1. Fussballtournier um den Jadepokal 2008. Austragungsort eine Sandbank im Jadebusen. Organisiert von Anton Tapken
Quelle: NWZonline.de Bericht von Dirk von Polenz LINK
Rückspiel im nächsten Sommer
SCHIFFSAUSFLUG Das besondere Fußballspiel auf einer Sandbank im Jadebusen
„MEUTEREI“ AUF DER ETTA VON DANGAST: DIE CREW BESTAND GEGENÜBER DEM KAPITÄN DARAUF, DIE SANDBANK ANZULAUFEN.
VON DIRK VON POLENZ
DANGAST - 1:0 für die Gäste, kein besonderes Ergebnis, aber ein besonderes Spiel: Auf einer trockengefallenen Sandbank im Jadebusen spielte am Sonntag ein Team aus Fahrgästen der „Etta von Dangast“ gegen eine Mannschaft des Jade-Yacht-Clubs Fußball. Teilnehmer und Zuschauer waren begeistert von dieser kuriosen Idee.
Dabei hatte der Morgen enttäuschend angefangen. Wegen Regens und stürmischen Windes hatte Schiffseigner und Kapitän Anton Tapken die Planung bereits geändert. Denn das Trockenfallen des Schiffes geht nur bei ruhiger See, sonst würde der Rumpf beschädigt. Außerdem wäre ein Landgang auf der Sandbank bei Regen sehr ungemütlich.
So startete der Törn wie eine „normale“ Rundfahrt mit dem Ausflugsdampfer. Geschichtliches über Dangast, den Jadebusen und Wilhelmshaven gab der Kapitän zum Besten, stets bemüht, sich nicht im Seemannsgarn zu verstricken. Der Nassauhafen, der Marinehafen, die Jade-Weser-Port-Baustelle und Seehundbänke wurden besichtigt. Auf dem Rückweg wollte Tapken nochmals Wilhelmshaven anlaufen, um auf dem Deich den Ball kurz herauszuholen. Doch nun kam es zur „Meuterei“. Der zweite Kapitän Holger Rennwanz und Steuermann Klaus Noschka bestanden darauf, wie geplant die Maifeld-Nordsteert-Sandbank anzulaufen. Schließlich habe man extra Fußballtore gezimmert und wolle sich von so ein bisschen „Schietwetter“ nicht die Tour verderben lassen.
Mit dem letzten ablaufenden Wasser lief die „Etta von Dangast“ gegen 13 Uhr auf Grund. Hohe Wellen gab es nicht mehr; denn bei Niedrigwasser kann sich gar kein großer Seegang aufbauen, außerdem lag das Schiff leeseitig an der Sandbank. Über eine Holzleiter stiegen drei Dutzend Passagiere durchs knietiefe Wasser an „Land“.
Anpfiff zum ungewöhnlichsten Fußballkick: Schwierige Platzverhältnisse ließen keine genialen Kombinationen zu, aber die beiden gemischten Mannschaften zeigten viel Einsatz. Nach 30 Minuten Spielzeit überreichte Kapitän Tapken den von ihm gestifteten Pokal an die siegreiche Mannschaft der Fahrgäste. Das andere Team war von Mitgliedern des Jade-Yacht-Clubs gebildet worden, der ebenfalls mit einigen Booten an der Sandbank festgemacht hatte.
Noch während das Spiel lief, hatte der Steuermann auf dem Vordeck den Grill angezündet, so dass Spieler und Zuschauer sich unmittelbar nach Abpfiff stärken konnten, während das Schiff wieder Kurs auf Dangast nahm.
Ein Hubschrauber, der das Schiff mehrfach überflog, brachte lediglich Lotsen zu den Tankern in der Außen-Jade. Die Wasserschutzpolizei oder die Nationalparkverwaltung ließen sich nicht blicken. Warum auch – Kapitän Tapken zeigte noch einmal deutlich anhand der Seekarte, dass die ausgesuchte Sandbank weder in der Zone I des Nationalparks noch in einem Vogel- oder Robbenschutzgebiet liegt. Somit sei der Besuch legal gewesen. Somit könne auch nächstes Jahr das Rückspiel stattfinden, schließlich sei die Trophäe ein Wanderpokal, so Tapken.
